Kapitel 6 – Prügelnder Frust statt leidenschaftlicher Lust – Teil 2

Nachdem wir beide wieder wach waren, sprachen wir natürlich sehr ausgiebig über den Anfall von Katja und sie erklärte mir sehr ausführlich, dass sie sich dabei überhaupt nicht unter Kontrolle hatte. Sie hatte überhaupt keinen Einfluss auf das, was da mit ihr geschah und, was aber noch schlimmer war, war der Umstand, dass sie es aus ihrem Inneren heraus ganz klar mitbekam. Sie hatte somit bei ihrer Wutattacke keinerlei Kontrolle über sich, aber sie erlebte diesen Anfall voller Bewusstsein mit, was ihr unbeschreiblich in der Seele weh tat und sie innerlich total zerriss.

Ich fragte Katja auch, ob sie früher auch schon solche Anfälle gehabt hatte, was sie bestätigte. Sie berichtete mir, dass sie solche Wutattacken auch bei ein oder zwei ihrer früheren Beziehungen hatte, nur waren sie nicht so intensiv und anhaltend wie jetzt. Diese Attacken waren natürlich mit ein Grund, warum ihre früheren Beziehungsversuche fehl schlugen.

Katja hatte jetzt außerdem noch dazu ganz große Angst, dass Frigga den Anfall mitbekommen haben könnte und Frigga sie jetzt aus der Wohnung raus werfen würde. Ich versuchte Katja natürlich zu beruhigen und zu überzeugen, dass Frigga niemals so handeln würde. Wir beschlossen Frigga davon erst einmal nichts zu erzählen und dies in der Hoffnung, dass dieser Anfall einmalig war.

Wir machten uns trotz alledem weiter jeden zweiten bis dritten Tag auf den Weg um eine Wohnung zu finden und alle möglichen Rennereien zu erledigen. Wir hatten beide gemeinsam die Absprache getroffen, dass wir alles zusammen machen würden. Katja hatte ein großes Problem damit, dass ihre Eltern sie nie in ihre Entscheidungen über sie mit einbezogen hatten. Das schmerzte sie sehr und genau dieses entwertende Verhalten kannte ich von meiner eigenen Familie. Ich wollte auch nicht der neue Bestimmer über Katjas Leben sein und so besprachen wir immer erst alles Notwendige bzw. die nächsten Schritte ganz in Ruhe und machten uns dann gemeinsam auf den Weg. Das verlangsamte zwar alles noch mehr, aber wir wollten ja erreichen, dass Katja lernt, eigenständiger zu handeln oder wenigstens erst einmal in alles, was sie bzw. uns beide betraf, mit einbezogen wird.

Zu dieser bewusst gewählten Entschleunigung kam nun aber auch noch das Problem der Prügelanfälle von Katja mit hinzu. Der er- bzw. durchlebte Anfall war leider doch kein Einzellfall. Es kamen weitere Anfälle bzw. Prügelattacken und dies ohne jegliche Vorwarnung und im Schnitt inzwischen so einmal am Tag hinzu. Mal kamen die Attacken am Vormittag und dies noch dazu bevor wir los bzw. außer Haus gehen wollten. Oder sie kamen im weiteren Tagesverlauf bzw. am Abend. Es war kein festes Muster festzustellen und wir hatten noch dazu das Problem, dass wir ab und zu eine geplante Erledigung verschieben oder total abblasen bzw. Termine ganz ausfallen lassen mussten. Das war sehr unschön und erschwerte alles noch um so mehr.

Da ich ja gar keinen so langen Aufenthalt bei Frigga zuhause geplant hatte, mussten wir zwischendurch ein paar meiner Sachen aus dem ehemaligen Wohnheim, welches die feministischen Frauen in der Nähe von Fürstenwalde für ihren geplanten Machtkampf käuflich erworben hatten und ich meine persönlichen Sachen aktuell zwischen lagerte, holen. Bei dem Besuch dort erfuhren Katja und ich, dass an dem Wochenende, nach der Flucht von Katja, in der Nacht eine Hausdurchsuchung in dem kaum genutzten Wohnheim stattgefunden hatte. Nachts gegen drei Uhr (diese Uhrzeit wird von der Polizei extra so gewählt, damit sie das völlige Überraschungsmoment haben), haben sie das Haus gestürmt. Die feministischen Frauen und all ihre weiteren „alternativen“ Mieter waren darüber natürlich alles andere als begeistert.

Da ich es auch schon ahnen konnte, kontaktierte ich meinen Freund in Sachsen-Anhalt, wo ich noch polizeilich gemeldet war (auch um meine aufstockende Grundsicherung vom Sozialamt zu erhalten) und ich hatte richtig vermutet. Auch sein Anwesen wurde am selben Wochenende in der Nacht gegen drei Uhr von der Polizei gestürmt. Da mein Freund aber nicht mehr so sehr dem Irdischen sondern mehr dem Göttlichen frönt, ging ihm dies so ziemlich am Allerwertesten vorbei. Frigga und ich fragten uns nach diesen erhaltenen Informationen, ob die Polizei einfach nur schlampig* gearbeitet hatte oder ob man Katja und mich gar nicht wirklich finden wollte, damit Katja endlich ein neues Leben beginnen konnte. Wir hatten den Eindruck, da spielt jemand bei den staatlichen Behörden auf unserer Seite bzw. im Sinne von Katja mit.

*) Also ich mag keine Schlamperei, den als ehemaliger LEIDENschaftlicher Hartz-IV-Empfänger und hyperaktiver Taugenichts arbeite ich selber NICHT gerne und deswegen gut durchgeplant, bei größeren Projekten gerne auch strategisch und vor allem EFFEKTIV. Aber ich mag dagegen Schlampen, die aber für mich keine solchen sind, wenn wir schon mal bei dem Thema sind. Mit diesen HERRlichen Wesen habe ich überhaupt kein Problem. Frauen die sich in unserer zu tiefst verlogenen patriarchalen Gesellschaft gefühlsecht und authentisch sexuell ausleben, sind für mich sehr wertvolle weil lebensmutige lebensbejahende Geschöpfe. Einer meiner größten Träume und Hoffnungen war es noch dazu immer oder ist es immer noch(?), eine Prostituierte als Freundin zu haben**, die ihre sexuellen Triebe total frei und ehrlich und somit absolut leidenschaftlich auslebt. Ich habe aber absolut etwas gegen JEDE Art von Zwangsprostitution und diesbezüglich vor allem auch, wenn sich Menschen für ein Erwerbseinkommen (zwangs-) prostituieren (lassen)***. In Zusammenhang mit dem bedingungslosen Grundeinkommen habe ich da auch schon die nächste Kampagnenidee, mit der ich mich schon vor einer ganzen Weile geistig schwängern lassen habe, aber dazu muss ich erst noch Kontakte z.B. zur Berliner Hydra oder ähnlichen Initiativen knüpfen.

**) Im BDSM-Umfeld bezeichnet Mann dieses als „Fremdbenutzung“, was oft auch mit der (einvernehmlichen!!!) Vorführung und dem Verleih der holden und entsprechend willigen Weiblichkeit (oder auch der HERRlichkeit) einhergeht, was ich sehr mag. Ich bin (nicht nur) in diesem Bereich absolut eifersuchtsfrei, da ich auch hier, in diesem wundervoll frivolen Gefilde, jegliches Besitzdenken absolut abgelegt habe. In diesen Bereich fällt im Übrigen auch die natürlich absolut obszöne „Hobby-Vernuttung“ mit darunter, wobei die Betonung auf „Hobby“ liegt und es lediglich um den real ausgelebten Kick geht, für Sex Geld zu bekommen. Meine Passion dabei nennt Mann im Übrigen Cuckold, woraus ich einen sehr großen Teil meines sexuellen Lustgewinns ziehe.

***) Ein(e) Prostituierte(r) (die ihren Job aus Leidenschaft macht) verkauft nur ihren Körper. Ein sogenannter Arbeitnehmer, Angestellter oder Beamter verkauft im schlimmsten Fall seine Seele.

Katja, ich und später auch Frigga amüsierten uns natürlich köstlich darüber und fanden es absolut geil, dass man Katja bzw. uns an völlig falschen Orten polizeilich gesucht hatte. Da wir aber jetzt nicht wussten, was noch alles auch von Seiten der Eltern von Katja auf uns zukommen konnte, gaben wir zu unserem Schutz und als vorbereitende Argumentationshilfe über unsere freie Initiative „Weltrettung durch Therapie“ eine Pressemitteilung zur Flucht von Katja aus ihrem Elternhaus raus und ich sorgte dafür, dass diese bei der Presse in de Region, wo Katja herkam, sowie beim Arbeitgeber von Katjas Vater (einem großen deutschen Konzern) auch ankam.***

***) Ich wäre ja, wenn ich Lust zum (erwerbseinkommens-)arbeiten hätte, u.a. als Kommunikationselektroniker tätig.

Inzwischen sind Katja und ich auch gemeinsam beim Sozialpsychiatrischen Dienst (SpD) in Fürstenwalde vorstellig geworden. Von diesem Dienst erhofften wir uns einiges an Hilfe und Unterstützung und dies zum einen bezüglich einer möglichen Unterbringung für uns sowie der Problematik um Katja. Der SpD war ja von Anfang an in das Geschehen involviert. Aber die Mitarbeiter des SpD kamen mit der gesamten Situation bzw. unserer ganz besonderen Beziehung überhaupt nicht klar. Sie stellten mich unter (missbräuchlichen) Generalverdacht und agierten immer wieder in die Richtung, dass Katja zu ihren Eltern zurück sollte. Bei den Gesprächsterminen versuchten sie uns zu trennen, um Katja alleine zu befragen und zu beeinflussen. Sie setzen mich bei einem Termin auch direkt unter Druck, dass sie das geplante Gespräch ganz absagen würden, wenn sie uns nicht getrennt „vernehmen“**** konnten. Sie bauten auch auf unseren Wunsch hin einen Kontakt zu Katjas Eltern auf. Unsere Bitte zwischen Katjas Eltern und uns zu vermitteln, lehnten die Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes aber letztendlich ab.

****) So kam mir die gesamte Situation beim SpD in Fürstenwalde vor.

Einem der Psychologen des SpD in Fürstenwalde öffnete ich mich dann auch im Vertrauen, was die Prügelattacken bzw. -anfälle von Katja angingen, worauf hin ich von ihm ganz explizit den Rat bekam, dass Katja sofort zurück zu ihren Eltern solle und ich mich in Therapie begeben sollte*****. Ich war über all das und wie man mit uns bzw. der gesamten Problematik um Katja umging total erschrocken und angewidert. Vom SpD in Berlin bin ich ganz anderes gewohnt. Ohne dessen ganz explizite Hilfe „IN MEINEM SINNE!!!“ wäre ich heute nicht mehr am Leben oder aber ein Dauergast in einer Psychiatrie. Beim SpD in Fürstenwalde hatte ich das Gefühl, dass die Mitarbeiter noch im puritanischen Mittelalter leben und noch gar nicht in unserer (quasi)modernen Gesellschaft angekommen sind.

*****) Ich bin durch meine Freundschaft zu dem Psychologen, der mich vor über zehn Jahren, drei Jahre lang betreute bzw. mein wundervoll katastrophales Leben begleitete und mit dem ich seit gut sieben Jahre eine monatliche Webradiosendung produziere, therapeutisch SEHR gut versorgt. Außerdem nutze ich die Dienstleistung****** des SpD, und dies völlig egal in welcher Region ich mich gerade aufhalte, immer dann, wenn ich selber mal im Kopf gar nicht weiter komme. Und hinzu kommt außerdem noch, dass meine ständige auf Hochtouren laufende Analysetätigkeit in meinem Kopf, seit meinem fünften Lebensjahr*******, dafür sorgt, dass ich mich selber und die gesamte mich umgebende Gesellschaft bzw. Welt immer zielgerichteter analysiere und reflektiere. Ich fühle mich dadurch innerlich immer mehr aufgeräumt und dieser Zustand wird noch dazu ab einem gewissen Grad wie zu einer Sucht. (Fast) Völlig klar und frei im Kopf die Welt zu betrachten, ist einfach ein unbeschreiblich erhebendes Gefühl, welches ich mir von NIEMANDEN mehr nehmen lasse. Der Reichtum in meinem Kopf, den ich dadurch besitze, ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen, weswegen mir auch meine hunderttausende Euro von Schulden völlig am Hintern vorbei gehen. Es ist NUR Geld, zu dem ich noch dazu keine Beziehung habe und nach meinem hoffentlich natürlichen Ableben verpufft diese angebliche Schuld einfach. Meine Kopfarbeit von rund fünfzig Jahren, zahlt sich HEUTE bzw. JETZT endlich immer mehr aus und ich fühle mich (fast völlig aus dem von Kindheit an anerzogenen und konditionierten Stockholm-Syndrom heraus gearbeitet), angekommen.

******) Es gibt nun mal für Rohrbrüche Klempner und für Kopfprobleme Kopfklempner, die aber IMMER in Meinem Sinne FÜR MICH da zu sein haben – darüber diskutiere ich auf Basis meiner Grundrechte auch nicht.

*******) Ich weiß bereits seit einigen Jahrzehnten, dass genau dies der Grund für meine vielen depressiven Phasen seit meiner frühen Kindheit und während meiner Jugend waren bzw. dass man mich äußerlich oft als völlig phlegmatisch wahrnahm, während in mir drin meine Gedankenwelt wie auf Cannabis, Ecstasy und Speed******** gleichzeitig tobte. Aus diesem Grund hatte man mich bereits als Kind in die Psychiatrie ins Berliner Herzberge-Krankenhaus weggesperrt. Hätte man mit mir geredet, hätte ich den sogenannten Erwachsenen meinen inneren Zustand eventuell erklären können. Ich fühlte mich deswegen viele Jahre lang um meine Kindheit, meine Jugend bzw. mein gesamten Leben betrogen. Heute betrachte ich dies alles als Geschenk, da ich ohne all diese wundervollen Lebensabgründe heute nicht der charakterstarke Mensch mit meiner beinahe unbändigen Lebensfreude wäre, die ich inzwischen auch immer bewusster und intensiver auslebe (daran erinnert mich MEINE Frigga schon seit Jahren regelmäßig, wofür ich ihr von ganzem Herzen unbeschreiblich dankbar bin!!!).

********) Aufgewachsen als ostberliner Mauerkind bin ich zum Glück nie mit Drogen o.ä. in Berührung gekommen. Ich wusste aber bereits als Kind, dass wäre ich z.B. in Westberlin aufgewachsen, ich mit Sicherheit ein Kind vom Bahnhof Zoo geworden und schon lange nicht mehr am Leben wäre. Dieses Gefühl bzw. diese innere Gewissheit, konnte ich mir lange nicht erklären. Heute ist mir dagegen alles sonnenklar. Ich kann auch trotz meines wundervoll katastrophalen Lebens (relativ)angstfrei und entspannt leben. Die Schuld die mir die Gesellschaft ständig versucht überzuhelfen, ist NICHT meine. Diese unbestreitbare Tatsache bringe ich auch mit einem meiner (Ab-)Wahlplakat-Sprüche rüber…

Ist das ein geiles Geschäftsmodell

Zu den Terminen beim SpD in Fürstenwalde begleitete uns noch dazu eine vor kurzem kennen gelernte Bekannte (aus Fürstenwalde bzw. Umgebung) die eine Art „Therapeutische Künstlergruppe“ ins irre Leben gerufen hat. Zu der Gruppe hatte ich bereits schon Wochen zuvor und völlig unabhängig von Katjas Problematik Kontakt bezüglich meiner gesellschaftspolitischen Aktivitäten und meiner entsprechenden Projekte aufgenommen, die auch dort auf reges Interesse stießen.

Oho dachte ich mir, das Konzept der „Erfahrungsexperten“ ist ein fantastischer Ansatz. In diesem Konzept geht es darum, dass sich „Selbstbetroffene“, auf Basis ihrer eigenen Erfahrung für andere psychisch belastete Menschen, stark machen. Ich selbst sehe mich ja als einen sehr aktiven Erfahrungsexperten an bzw. sind wir ja in Berlin ebenfalls eine solche lose Gruppierung, nur benennen wir es nicht so. Den Tipp zu dieser kunstvollen Selbsthilfegruppe hatte ich übrigens von den reizenden Feministinnen in der Nähe von Fürstenwalde bekommen. Die jungen Damen bzw. partiell geschlitzten Wesen waren doch zu etwas nütze. 😉

Die therapeutische Künstlergruppe lud zu regelmäßigen offenen Gesprächen ein und ich konnte Katja dortige Besuche schmackhaft machen. Für Katja waren diese Gesprächsrunden, die wir so oft wie wir es schafften besuchten, ebenfalls wieder eine völlig neue Erfahrung. Therapeutische Gespräche kannte Katja bisher nur aus Einzelgesprächen mit sogenannten Experten********* bzw. Expertinnen, wobei sie da wohl einen guten Draht bzw. telefonischen Kontakt zu einer Therapeutin in ihrer Heimatstadt hatte. Da Katja ab und an von alle auf sie einprasselnden Eindrücken und Informationen ziemlich überlastet war, wobei sie auch (noch dazu mit vielen Gesprächen von mir angeregt) pausenlos über alles nachdachte und überlegte bzw. alles versuchte zu verarbeiten, rief sie ab und an ihre Therapeutin in ihrer Heimatstadt an. Das Katja wenigsten darüber etwas Hilfe bekam, bis wir endlich auch diesbezüglich hier in unserer jetzigen Region weiter kommen würden, war ich sehr froh.

*********) Ich finde es übrigens sehr lustig, dass es Exfrauen und Experten gibt. 😉

Bei einer dieser gemütlichen Gesprächsrunden bei Kaffee und Gebäck, erzählte ich auch wieder einmal ein wenig von meinem wundervoll katastrophalen Leben und dessen Hintergründe und Katja saß wie üblich direkt neben mir. Während ich so sprach, beobachtete ich Katja wie eigentlich ständig. Ich konnte mich ja überhaupt nicht an ihr satt sehen. Katja saß da und schaute ein wenige abwesend in die Runde und ihr liefen die Tränen runter. Etwas später fragte ich sie leise, warum sie geweint hat und sie sagte auch ganz leise zu mir: „Es tut mir sehr weh, wenn Du von Deinem Leben erzählst.“ Jetzt wurde mir noch mehr klar, mit welch einem unbeschreiblich empfindsamen Wesen ich es zu tun hatte und ich hatte so langsam das Gefühl, dass meine sehr große entstandene Zuneigung zu ihr ganz allmählich in tiefe Liebe überging, wobei ich mit diesem Begriff, der mir sehr heilig ist, nicht so schnell um mich werfe. Katja ist für mich mit ihrer unbeschreiblichen Empfindsamkeit in Kombination mit ihrer wundervollen persönlichen Stärke nicht nur ein absolut göttliches Wesen, sondern auch auf Grund der unbeschreiblich reinen Liebe, die sie fast rund um die Uhr ausstrahlt „DAS fünfte Element“, welches Mann, und auch Frau, einfach nur lieben kann bzw. lieben muss.

In Bezug auf Katjas Prügelanfälle hatte ich inzwischen vom Ablauf her feste bzw. immer gleich ablaufende Phasen festgestellt. Ein Vorzeichen für einen kommenden Anfall war immer, dass Katja anfing mich intensiv und sehr gezielt zu provozieren und dies auch begleitet mit sehr beleidigenden Ausdrücken. Da Katja auf Grund ihres sehr kindlichen Gemütes sehr oft etwas provokant agierte, konnte ich nicht immer klar oder schnell genug erkennen, ob sie nur „spielte“ oder ob es wieder „bitterer ernst“ wurde.

Die zweite Phase war dann die eigentliche Prügel- bzw. Gewaltphase, wobei die Kraft, die Katja dabei in ihrer Wut aufbrachte, von mal zu mal immer stärker wurde. Mir viel es immer schwerer Katja abzuwehren oder z.B. ihre Arme festzuhalten. Außerdem ersann sie immer neue Angriffstaktiken, sobald ich eine adäquate Abwehrtechnik, die uns beide nicht verletzte, gefunden hatte. Das war ein ständiges Katz und Maus Spiel, was in seiner Gesamtsituation absolut keinen Spaß machte. Wenn es mir dabei absolut zu viel wurde, versuchte ich das Zimmer zu verlassen. Aber dann geriet Katja noch dazu in totale Panik. Die größte Angst, die Katja dabei hatte, war, dass ich die Wohnung verlassen und nie wieder kommen würde.

In der dritten Phase hörte das Schlagen zwar auf, aber die unbändige Wut blieb und es hagelte nun Vorwürfe und Beleidigungen ohne Ende. Katja schrie mich mit tränenüberströmten und total wutverzogenen Gesicht an, dass ich sie bestimmt im Stich lassen würde und das ich deswegen ein Arsch sei. In diesem Kontext ging es dann munter weiter, wobei ich diese Vorwürfe und all das, von ihr in ihrer Wut gesagte, überhaupt nicht ernst nahm bzw. auch überhaupt nicht an mich ran lies. Ich wusste es gehörte zum Anfall und war nicht wirklich ihre Meinung und stimmte auch überhaupt nicht. Ich hatte dieses unbeschreiblich wundervolle Wesen so sehr in mein Herz geschlossen, dass ich eher selber kaputt gehen würde, bevor ich zulasse, dass ihr etwas passierte. Ich habe die Kraft mich aus (fast) allen Lebenskatastrophen wieder heraus zu winden. Katja hatte diese Kraft nicht und würde an der Unfähigkeit unsere Gesellschaft zugrunde gehen. Dies war mir auf Basis meiner eigenen, sehr mannigfaltigen negativen Lebenserfahrungen bei allem was ich mit und für Katja tat, immer mehr als bewusst.

In der vierten Phase wurde Katja total ruhig, aber sie war mir gegenüber immer noch total feindlich gesonnen und abweisend. Ich durfte Katja in dieser Phase noch nicht näher kommen, obwohl ich sie so gerne wieder in den Arm genommen und getröstet hätte. So schwer mir es in dieser Phase auch fiel, ich musste immer warten und auf Abstand bleiben, bis bei Katja die Phase fünf eintrat.

Die fünfte und letzte Phase war für mich eigentlich immer die allerschlimmste. Diese tat mir unbeschreiblich weh und ging mir immer und immer wieder tief zu Herzen. Die Schläge von Katja konnte ich bis zu einem gewissen Grad relativ locker wegstecken, sowie auch die Vorwürfe und Beleidigungen. Aber in Phase fünf kam Katja wieder zu Besinnung. Dies hieß, Katja wurde wieder richtig klar, was da gerade abgelaufen ist und wie sie mich mit Schlägen oder dessen Versuchen, sowie mit Worten malträtierte. Katja weinte jetzt ohne Wut bzw. ganz normal und dies aber aus tiefsten Herzen. Katja war in dieser Phase innerlich immer völlig zerrissen und seelisch total ausgelaugt. Sie entschuldigte sich tausendfach bei mir und ich tröstete sie dafür um so mehr und hielt sie fest, so gut ich es nur konnte. Ich machte Katja klar, dass ich trotz allem zu ihr halte und sie NIEMALS im Stich lassen würde, nur mussten wir langsam nach der Ursache für diesen schlagenden Wahnsinn suchen.

Im Rahmen unserer oft sehr langen Anfall-Nachgespräche ersannen wir auch verschiedene Taktiken, um die Anfälle, wenn möglich bereits im Keim zu ersticken. So versuchten wir z.B. Riechröhrchen mit Ammoniak, was aber nicht wirkte. Was aber ganz gut wirkte war ein kalter, nasser Lappen, mit dem ich Katjas Oberkörper, ihren Hals und ihr Gesicht abrieb, wenn wir das Gefühl hatten, dass ein weiterer Anfall im Anflug war. Das war zwar für Katja in dem Moment sehr unangenehm aber immer noch besser, als der nächste Anfall, der sie innerlich bzw. seelisch immer so sehr zerriss.

Die Kunst bei der kalten Lappentechnik war dabei, dass er immer „rechtzeitig“ zum Einsatz kommen musste. War der Anfall bei Katja bereits, unbemerkt von uns, in vollem Gange, wehrte sich Katja mit Händen und Füßen bzw. machte sie der kalte Lappen oder der Versuch ihn anzuwenden, noch wütender. Hatten Katjas Wutanfälle noch dazu am Anfang eine Dauer von ca. einer Stunde, so zogen sie sich jetzt manchmal bis zu zwei bis drei Stunden hin.

Die kalte Lappentechnik wirkte aber grundsätzlich so gut, dass Katja sich den kalten Lappen ab und an auch selber von sich aus holte oder mich bat ihn ihr zu bringen, wenn sie das Gefühl hatte, dass ein weiterer Anfall bevorstand. Ich war unbeschreiblich stolz auf MEINE Katja und schloss sie für ihre Bereitschaft intensiv an sich selber zu arbeiten, noch tiefer in mein Herz.

Frigga gegenüber mussten wir uns inzwischen auch öffnen, da Katja eine weitere Angriffstechnik ersonnen hatte, die uns beide in große Schwierigkeiten brachte. Katja griff in ihrer Wut nun auch noch immer öfter nach Gegenständen und warf sie mit voller Wucht nach mir, so dass ich nur noch versuchen konnte ausweichend in Deckung zu gehen. Uns war dabei klar, dass wenn Katja bei dieser Vorgehensweise das Inventar von Frigga beschädigten, dass dann ein Punkt überschritten wäre, an dem Friggas beinahe endlose Toleranz dann doch an ihre Grenzen stoßen würde.

Am allerschlimmsten war noch dazu, dass Katja nun auch noch sehr gezielt nach meinem Smartphone oder mein Notebook griff und auch diese Gegenstände in meine Richtung feuern wollte. An dieser Stelle angekommen war nun wiederum meine Grenze des emotionalen Ertragens mehr oder weniger stark überschritten, da ich mir auf Grund meiner finanziellen Lebenssituation keine neuen Geräte, wenn sie denn kaputt gehen würden, hätte anschaffen können. Der materielle Schaden, sowie auch der damit verbundene emotionale Schaden bei uns beiden, hätte unsere wundervolle Beziehung sehr schwer belastet.

Sehr skurril bei alledem war auch einmal, dass Katja in ihrem Wutreflex, unbedingt etwas greifen und nach mir werfen zu wollen, nach einem Blatt Papier griff und es in meine Richtung feuerte, wobei das Blatt Papier dazu aber gar keine rechte Lust hatte. Über diese abartig skurrile Szene mussten wir beide sofort lauthals lachen**********, wobei innerhalb von Sekunden die Stimmung wieder zurück umschlug und Katjas Angriffe und Wurfattacken weiter gingen.

Ich selbst versuchte natürlich alle wurfgeschoßartigen Gegenstände immer schnellsten in Sicherheit zu bringen und meine Technik aus dem Zimmer zu verbannen. Wenn Katja aber merkte, dass ich das Zimmer verlassen wollte, bekam sie wieder zusätzlich zu ihrer, sowieso schon vorhanden riesigen Wut, ihre Panikattacken, da sie in diesem Moment immer auch der Überzeugung war, dass ich sie verlassen und nie wieder kommen würde.

**********) Ich zog Katja später damit auch immer etwas auf wenn sie schlechter Laune bzw. Stimmung war. Ich fragte sie dann oft ob ich ihr ein Blatt Papier reichen könne, damit sie sich ausagieren kann. Wir beide mussten dann immer ganz automatisch herzhaft lachen und Katja lächelte wenigsten wieder für einen Moment, was mein Herz immer so sehr erfreute.

Wie für mich üblich, ratterte es in meinem Kopf unentwegt, um nach den möglichen Ursachen für Katjas Anfälle zu suchen. Ich bin ja auf Grund meiner eigenen frühkindlichen Traumatisierung und daß man mich nicht aus dieser herausgeholt hatte, rund um die Uhr (außer wenn ich schlafe) im unentwegten gedanklichen Daueranalysemodus.***********

***********) Für die damit oft einhergehenden hoch depressiven Phasen, hatte mich meine Familie bzw. die Gesellschaft ja bereits sehr intensiv mit einem längeren Aufenthalt in der Psychiatrie als siebenjähriger, mit einem kurzen Aufenthalt in einem Kinderheim als ca. elfjähriger und mit der Auszeichnung „Schwarzes Schaf der Familie“ belobigt.

Wir führten nun auch mit Frigga zusammen sehr intensive Gespräche, so dass es mir langsam immer mehr schimmerte, was die Ursache der Gewaltanfälle bei Katja sein konnte. Auf Basis aller meiner Beobachtungen bezüglich Katjas Verhaltens, ihrer gesamten Vorgeschichte, sowie ihren eigenen Erzählungen dämmerte es mir immer mehr bzw. ging in mir langsam ein Licht auf oder besser gesagt, eine ganze Flutlichtanlage in meinem Kopf an. Die Ursache lag eigentlich die ganz Zeit ganz klar auf der Hand oder um es ganz primitiv auszudrücken, zwischen Katjas wundervollen Beinen.