Kapitel 07 – Wie sich psychische Störungen gegenseitig ambivalent anziehen – Teil 1

Durch unsere „Kalte-Lappen-Technik“ und dadurch, dass wir immer bewusster mit der Problematik der Gewaltanfälle von Katja umgingen und nun auch endlich dessen Ursache kannten, schafften wir es sogar, dass Katja über mehrere Tage hinweg keine Anfälle mehr bekam. Wir zählten immer wieder die Tage, die Katja keine Prügelattacke hatte, wobei einer der längsten Zeiträume dabei zehn Tage betrug. Ein sehr großer Beitrag dazu kam vor allem von Katja selbst, die immer, wenn sie das Gefühl hatte, dass ein Anfall im Anflug war selber nach dem kalten Lappen rief und mich bat, ihren Oberkörper und ihr Gesicht entsprechend abzureiben. Wir waren diesbezüglich mit der Zeit ein immer besser eingespieltes Team und ich wurde immer und immer stolzer auf MEINE Katja.

Da Katja der Abend in der BDSM-Bar unbeschreiblich gut gefallen hatte, wollte sie gerne einen weiteren Abend dort erleben. Ich selbst war diesbezüglich völlig hin und hergerissen. Auf der einen Seite wollte ich Katja diesen Wunsch sehr gerne erfüllen, vor allem auch als Belohnung und Belobigung für ihr eigenes Engagement um ihre Prügelattacken bzw. ihre gesamten psychischen Störungen in den Griff zu bekommen. Und auf der anderen Seite wusste ich aber, dass Katja schon nur alleine von der Vorstellung wieder in die BDSM-Bar gehen zu können sexuell so erregt wurde, dass Katja mich dafür wieder liebevoll verprügeln würde.

Hinzu kam auch noch das finanzielle Problem. Ich konnte mir mehrere Besuche im Monat in der BDSM-Bar inklusive der dort zu uns genommenen alkoholfreien Getränke* für uns beide nicht leisten und Katja selbst hatte gar keine Einkünfte. Dadurch dass wir auf Grund meiner Lebensproblematik keine Wohnung fanden und wir Katja somit polizeilich nicht anmelden konnten, um sie auf dieser Basis dann beim Jobcenter anzumelden, wurde Katja so gut es nur ging von mir und Frigga mit durchgefüttert. Die Logis bei Frigga hatte Katja natürlich frei, wobei wir Frigga später Geld zurück zahlen wollten, wenn Katja endlich Geld vom Arbeitsamt, dem Jobcenter oder dem Sozialamt bekommen würde. Unser Plan war es, Katja für mindestens zwei oder drei Jahre (oder am liebsten dauerhaft) in die Frühverrentung zu bekommen, damit sie sich voll auf ihre maximale geistige Genesung konzentrieren könnte.

*) Durch meine eigene mich betreffende sehr intensive Bewusstmachungsarbeit rauche und trinke ich heute (nach vielen entsprechend erbrochenen Exzessen) überhaupt nicht mehr. Ich benötige diese süchtigen Ersatzhandlungen (heute) nicht mehr um mich lebenstechnisch zu betäuben.

Die Eltern von Katja hatten in dem Paket welches sie Katja über die therapeutische Künstlerinitiative in Fürstenwalde zukommen lassen hatten, zwanzig Euro oder so** für eine Telefonkarte mitgeschickt und ansonsten saßen sie die gesamte Problematik, empathisch wie sie nun einmal in Bezug auf ihre geistig behinderte Tochter waren, einfach nur aus. Unser Versuch auch dieses Problem über den Sozialpsychiatrischen Dienst in Fürstenwalde zu klären, war auf Grund der Absage von eben jener Behörde gescheitert. Um Tagesgeld beim Sozialamt für Katja zu beantragen hatten wir keine Zeit, Kraft und Nerven und ich wollte Katja die damit verbundenen menschenverachtenden Verwaltungsdinge usw. auch absolut nicht antun.

**) Ich kann mich an die genaue Höhe des Lächerlichkeitsbetrages nicht mehr erinnern und es war wohl auch nur ein weitergegebenes Geburtstagsgeschenk eines bzw. einer Verwandten.

Bei unserem zweiten Besuch in der BDSM-Bar, wo wir natürlich auch wieder herzlichst willkommen waren, trafen wir natürlich auch wieder das Schlagende Tier. Auf Grund des angenehmen Kontaktes zu ihm und seinen einschlägigen fachlichen BDSM-Fähigkeiten und da Katja auch von ihm sehr angetan war, übernahm er diesmal ab und an auch das schlag(un)artige Verwöhnen von Katja. Ich muss an dieser Stelle auch ganz ehrlich zugeben, dass ich darüber heil froh war, denn mir nahm er dadurch eine große Last ab. Frauen die es wünschen(!) windelweich bzw. grün und blau zu schlagen ist so absolut nicht mein Ding. Ich bin eher der sanftmütige Kuschel-DOM*** bzw. -Herr und habe andere HERRliche (unterschwellig dominante) Erziehungsmethoden, die Mann mir noch dazu nicht sogleich ansieht.****

***) Ich mag auch dieses geDOMse nicht, weil ich diese Maskerade als künstliche Welt empfinde. Ich lebe mich nun mal live und authentisch aus und benötige dafür weder Schauspielunterricht, noch muss ich mich verkleiden und benötige dafür auch keine völlig überzogenen Requisiten.

****) Gerne ab und an auch ein wenig hinterhältig oder um es passender auszudrücken… etwas „hinterfötzig“. Das Macht riesig lustgeilen Spaß!!! 😉 😉 😉

Dass es zahlreiche Frauen gibt, die sich erst bzw. nur durch intensiven Schmerz spüren können, weiß ich durch meine zahlreichen Beobachtungen und einige kleine BDSM-Liebschaften. Diese Beziehungen scheiterten aber allesamt immer wieder daran, dass mir die Wünsche, die von Verstümmelungen bis zu Todessuchtwünschen gingen, viel zu extrem waren. Wie ich es bereits erwähnt habe, betrachte ich ein Großteil der BDSM-Szene als psychisch hoch gestört. In dieser Szene gibt es einen riesengroßen Therapiebedarf, wobei Katja und ich ja bereits die ersten Weichen gestellt hatten, um sie mit sehr viel Geduld sowie Schritt für Schritt aus ihrer psychischen Beeinträchtigung heraus zu holen.

Mit dem Schlagenden Tier kamen wir natürlich auch näher ins Gespräch und wir vermittelten ihm ein Großteil der gesamten Lebensproblematik um Katja. Wir fragten das Schlagende Tier ganz explizit, ob er sich vorstellen könnte, als „schlagender Dienstleister“ IN KATJAS SINNE tätig zu werden, wozu er natürlich mehr als bereit war. Katja und er verstanden sich sehr gut und Katja fühlte sich auch durch meine Absicherung bei ihm sehr wohl.

Nachdem wir – alle drei – unseren lustvollen Dienstleistungsvertrag mündlich besiegelt hatten, öffneten wir uns dem Schlagenden Tier gegenüber auch in Bezug auf unsere finanzielle bzw. wirtschaftliche sowie unsere wohntechnische Situation und das wir uns keine ständige Besuche in der BDSM-Bar leisten könnten. Das Schlagende Tier vermittelte uns darauf hin, dass dies überhaupt kein Problem sei. Wir könnten uns zum einen bei ihm privat treffen, da er alleine lebe, weil er sich gerade von seiner Frau scheiden ließ. Außerdem arbeitete er als angestellter IT-Dienstleister viel von zu Hause aus und konnte sich seine Arbeitszeit noch dazu relativ frei einteilen. Das passte alles sehr gut zusammen und wir sagten ihm, dass Katja und ich sein Angebot in aller Ruhe besprechen werden. Außerdem bot das Schlagende Tier an, sich finanziell an Katjas Ausbildung und Erziehung (IM SINNE VON KATJAS DIESBEZÜGLICHEN DEVOTEN WÜNSCHEN) zu beteiligen, da er sehr gut verdiene und er ja auch von der geschaffenen WinWin-Situation lustvoll profitiere.

Auch wenn mir dabei im Bauchraum gefühlstechnisch nicht so sehr wohl war, weil ich es nicht ab kann, wenn das Ausleben von Leidenschaften mit finanziellen bzw. wirtschaftlichen Aspekten gekoppelt wird, entschied ich mich im Sinne bzw. zum Wohl von Katja kein Spielverderber zu sein. Alle getroffenen Absprachen waren eindeutig(!) und wenn sich alle daran halten würden, hätten wir alle zusammen sehr viel lustvollen Spaß. Wieder hatten wir ein Problem gelöst, damit wir Katjas psychische Gesundung weiter voran bringen konnten. Ich war sehr zufrieden mit der gesamten geschaffenen Situation, wobei ich mich das erste mal auf solch ein lustgeil gewagtes Spiel einließ. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass wenn man sich erst einmal auf den Weg macht, wir auch immer die passenden Menschen und passenden Begebenheiten finden werden. Es heißt ja nicht umsonst: „Nur den Vorbereiteten ereilt das Glück.

Unsere Wohnungssuche und die entsprechenden Wege waren weiterhin total nervig und es gab eigentlich, auf Grund meiner Lebenssituation, kaum Aussicht auf Erfolg. Inzwischen hatten wir aber über die therapeutische Künstlerinitiative in Fürstenwalde den Tipp erhalten, mal bei der zuständigen Mitarbeiterin für obdachlose Menschen in der Stadtverwaltung vorzusprechen, um nachzufragen, ob sie eventuell irgendwie helfen könnte. Wie aber für solche Behörden üblich, die niemals das wahre Leben verwaltungstechnisch abbilden können, konnte man uns bezüglich unserer Wohnungssuche oder wenigstens einer temporären Unterbringungsmöglichkeit absolut nicht helfen.

Wir bekamen aber dort den Tipp, es bei einer karitativen Einrichtung zu versuchen, die direkt an einer Haltestelle in Fürstenwalde lag. Beinahe schon völlig entmutigt sprachen wir dort vor und die dort verantwortliche etwas korpulente junge Dame vermittelte uns SOFORT voller sprühendem Optimismus, dass das mit der Wohnung überhaupt kein Problem sei. Katja und ich waren völlig baff und wir schöpften nun doch wieder Hoffnung, dass wir doch noch unsere Traumwohnung für unser geplantes frivoles 24/7-Traumleben**** finden würden. Außerdem versprach uns die jungen Dame wenn es denn nötig sei, in der Betreuerwechselangelegenheit zu helfen. Wir sollten aber etwas Geduld haben, sie meldet sich bei uns.

****) Beim Thema 24/7, was bedeutet, dass Mann das BDSM-Spiel vierundzwanzig Stunden und sieben Tage die Woche spielt, glauben sehr viele unaufgeklärte Menschen daran, dass Mann z.B. eine entsprechend willige junge Frau den ganzen Tag in einen Käfig wegsperrt und nur noch zur eigenen Lustbefriedigung raus holt. Dies ist aber völliger Quatsch und totaler Blödsinn. Beim Thema 24/7 geht es darum, die Erotik und Sexualität – rund um die Uhr und bei (fast) allem was Mann Macht – in den Alltag einzubauen und dies natürlich sehr SEHR freizügig und offen innerhalb der eigenen vier Wände, sowie immer gerade so dezent und verborgen in der Öffentlichkeit (z.B. über Bekleidungs- sowie Haltungs- und Verhaltensregeln usw., etc., pp…), so dass nichtwissende Außenstehende überhaupt nichts davon mitbekommen, oder eventuell gerade mal etwas erahnen können, wodurch diese Außenstehenden nicht durch das lustvolle Spiel als unbeteiligte belästigt werden. Der Nervenkitzel, bei all dem eventuell auch noch erwischt zu werden oder Menschen zu treffen, die sehr tolerant darauf reagieren und sich den Spaß dann sogar noch selber voyeuristisch gönnen, lässt einem noch mehr das Herz in der Hose aufgehen. Diese unbeschreiblich lustgeile Vorgehensweise, führt u.a. dazu, dass das sexuell erotische Kopfkino beinahe rund um die Uhr auf Hochtouren läuft, so dass manche Menschen glauben könnten, Mann rennt den ganzen Tag mit einem (mehr oder weniger) großem Lineal in der Hosentasche rum. Bezüglich Katjas und meiner sexuellen Vorlieben, passten unser beider Neigungen, sich gegenseitig ambivalent anziehend, wie die liebe (Hunde-) Pfote aufs HERRliche (Katzen-) Auge.

Bezüglich der Wohnungsproblematik bzw. einer polizeilichen Meldeadresse standen wir bereits mörderisch unter Zugzwang, denn die noch für Katja zuständige Betreuungsbehörde in Erlangen machte inzwischen immer mehr Druck. Es bestand langsam die Gefahr, dass Katja zu ihren Eltern zurück geführt werden würde, wenn wir nicht endlich zügig eine Lösung bezüglich Katjas polizeilicher Anmeldung finden würden. Diesbezüglich wurde auch bereits zur Adressfindung der uns bereits bekannte Polizeihauptkommissar eingeschaltet, wobei wir aber mit beiden Behörden in losem telefonischen Kontakt standen, so dass wir die Situation immer wieder etwas entspannen konnten.

Mit dem Schlagenden Tier hatten wir inzwischen einen Besuch bei ihm auf Probe vereinbart und dies erst einmal ohne jegliche einschlägige Sau-… ne quatsch… Spielereien. Katja sollte erst mal ein Gefühl für die Situation bekommen und für sich feststellen, ob sie für diesen von ihr gewünschten Schritt wirklich schon so weit war oder ob wir besser warten oder das ganze Vorhaben ganz verwerfen sollten.

Mit Katja hatte ich die Absprache, dass sie NIEMALS zu etwas gezwungen und von mir auch NIEMALS zu etwas gedrängt wird. Was Katja erleben möchte und wann sie dazu auch wirklich bereit war, bestimmte Katja grundsätzlich IMMER absolut alleine. Sich nicht als dominanter Part an diese „oberste Regel“ zu halten, käme für eine unterwürfige Person einer absoluten seelischen Katastrophe gleich und Katja hatte noch dazu solche Katastrophen schon zur genüge erlebt. Sie hatte als Schutzbefohlene bereits so viele Vertrauensbrüche von Seiten derjenigen Menschen erlebt, die eigentlich verpflichtet sind sie unter allen Umständen zu beschützen, so dass ich wusste, dass es auf dieser Ebene NIEMALS zu einem Vetrauensbruch kommen darf. Dazu war mir Katjas wundervoll unberührt reine Seele auch viel zu sehr ans Herz gewachsen. Würde es zu solch einem katastrophalen Verhalten von meiner Seite aus kommen, würde ich mir dies niemals im Leben verzeihen können.